11.05.2015

Im Ring – eine Herausforderung

„Wer boxt, kann getroffen werden“

Im Boxring geht es zu wie im wahren Leben. Der Boxer hat genauso Angst vor einem Treffer wie ein Mensch im Alltag. Der Boxer lernt aber sich der Angst zu stellen. Boxen ist nicht einfach nur Boxen.

In unübersichtlichen Situationen Gelassenheit üben

Aber muss man diese Lektion ausgerechnet beim Boxen lernen? Im Ring befindet man sich in einer Extremsituation – die nicht so leicht vergessen wird. Wenn die Nerven aufs Äußerste gespannt sind, die Angst einen zu übermannen droht, wenn ein notorisch Ängstlicher seine Angst überwindet, ein jähzornig Unbeherrschter seinen Zorn kanalisiert, ein blind Aggressiver seine Aggression in den Griff bekommt und in eine vernünftige Richtung lenkt, gräbt sich diese Erfahrung tief in das Gedächtnis und vielleicht sogar ins Unbewusste ein. „Die Weisheit unserer körperlichen Erfahrung ist eine andere als die Weisheit unseres rationalen Wissens“.

Was man lernt im Ring?

Zum Beispiel die Kunst, in unübersichtlichen Situationen Gelassenheit zu üben und im unkontrollierbaren Chaos sein inneres Lot zu finden. Beim Boxen leben Persönlichkeitsanteile in uns auf, die sonst nicht zur Entfaltung kommen können. Insofern ist jede Runde im Boxring eine Runde Selbsterfahrung.

„Dort, wo die Angst ist, dort entwickelst du dich.“

von links Valerij Synelnikv (DRS) gegen Christop Wagner (SC Itzehoe)

„Wer sich der Herforderung Ring stellt, stellt sich jeder Herausforderung!“

Text: Timm Rohwedder